Lebenszyklen

Die Bilder oben wurden von Konfirmandinnen und Konfirmanden gemalt. Sie zeigen fünf Lebensstufen, die mit den Adjektiven neugteboren - kindlich - jugendlich - erwachsen - betagt bezeichnet werden. Drei Verben nehmen Bezug auf die "Aktivitäten" der menschlichen Entwicklung, auch der religiösen: reifen - begleiten - vergeben.

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.

Rainer Maria Rilke, 20.9.1899, Berlin-Schmargendorf

Unser Leben verläuft in Zyklen. Wir entwickeln uns und werden auf unserem Lebensweg begleitet und begleiten andere. Sind Menschen religiöse Wesen? Gehört Religion zum Menschsein, oder ist Religiosität nur eine Illusion, und der Glaube als gelebte Religiosität nur ein Hirngespinst?

Gehen wir einmal hypothetisch davon aus, dass der Glaube als Fähigkeit, auf Gott zu vertrauen, sich entwickelt, dann ist es nötig, sich Gedanken darüber zu machen, wie wir angemessen von Gott sprechen. Und dann gilt es zu fragen: Welche religiösen Gedanken, Gefühle, Vorstellungen und Zugänge entsprechen meinem jeweiligen Lebensalter?

In unserer Kirchengemeinde begegnen sich Menschen aller Altersstufen und kommen auf ganz unterschiedliche Art und Weise ins Gespräch miteinander. Sei es, in ihrer jeweligen Altersgruppe oder auch mit jüngeren oder älteren Menschen. Christliche Gemeinde lebt davon, dass dieser Austausch stattfindet und zwar im Bezug auf Gott.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich über den Glauben und das Menschsein Gedanken zu machen. Die Angebote, die unsere Kirchengemeinde hier macht, sind selbst oft Versuche, die sich weiter entwickeln, manchmal scheitern - und manchmal fehlen Angebote und des wäre wünschenswert, wenn sich Interessierte fänden, die sich einbringen möchten.

Lebenszyklen laufen nicht zwanghaft ab, sie sind frei und nicht alle Dimensionen des Glauebens und des Nicht-Glaubens und des Zweifels (die es ja immer mit zu denken gilt!) erschließen sich allen in gleicher Weise und Intensität.

Was alle Menschen verbindet, sind die Unverfügbarkeit und Unsicherheit menschlicher Existenz. Diese Kontingenzerfahrung unseres Seins führt zu verschiedensten Versuchen, dieses Dasein zu sichern - über das Lebensende hinaus. Ist der Glaube an Gott ein solcher Versuch, sich sozusagen über den Tod hinaus zu retten?

Amtshandlungen

Mit Amtshandlungen begleitet die Kirche das Leben ihrer Mitglieder. Zu den häufigsten Kasualien (von lat. casus, der Fall) gehören Taufe, Konfirmation, Trauung und Bestattung. SOlche AMtshandlungen umfassen aber auch die Einweihung von Gebäuden (Schule z.B.) oder eines Sportgeländes, genauso zählen dazu die Einführung von KirchengemeinderätInnen in ihr Amt oder sehr persönliche Situationen Einzelner - so kann auch der Abschied aus dem Berufsleben oder der Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt von Pfarrerinnen oder Pfarrern mitgestaltet werden.

In all diesen Amtshandlungen geht es um die Bitte um den Segen Gottes. Das persönliche und gesellschaftliche Leben werden aus biblischer Sicht gesehen und symbolhaft begleitet.